Entnahmeplan berechnen
Etwa 15 Prozent für ein weltweites Aktiendepot, 8 bis 10 Prozent für ein 60/40-Depot.
Steuern berücksichtigen (optional, Näherung)
Anteil des Depotwerts, der Kursgewinn ist. Bei lange bespartem Depot oft 40 bis 60 Prozent.
Jahrestabelle: Entnahme und Kapitalverlauf (Durchschnittsfall)
| Jahr | Entnahme nominal | Entnahme real | Kapital nominal | Kapital real |
|---|
Nominal = tatsächlicher Euro-Betrag im jeweiligen Jahr. Real = in heutiger Kaufkraft.
Warum dieser Entnahmerechner anders rechnet
Die üblichen Auszahlplan-Rechner unterstellen einen festen Zins und eine feste Entnahme. Beides ist im echten Ruhestand falsch: Die Inflation frisst bei einer festen Entnahme über 25 Jahre rund ein Drittel der Kaufkraft weg, und Börsenrenditen kommen nicht als glatter Durchschnitt, sondern in guten und schlechten Jahren. Dieser Rechner behebt beide Schwächen:
- Dynamische Entnahme: Die Entnahme steigt jährlich mit der Inflation. Ergebnisse werden nominal und in heutiger Kaufkraft angezeigt.
- Pleitewahrscheinlichkeit: Eine Monte-Carlo-Simulation mit 3.000 zufälligen Renditeverläufen zeigt, in wie vielen Fällen das Geld vorzeitig ausgeht (Renditereihenfolge-Risiko).
- Steuern: Kapitalertragsteuer auf den Gewinnanteil, Teilfreistellung bei Aktien-ETF und Sparerpauschbetrag werden als Näherung berücksichtigt.
Die Formeln hinter dem Rechner
Feste Entnahme bei gegebener Dauer (Annuität)
Bei Kapital K, jährlicher Rendite r und Dauer n Jahre beträgt die jährliche Entnahme (nachschüssig): E = K · r / (1 − (1 + r)−n). Beispiel: 100.000 Euro, 4 Prozent, 20 Jahre ergeben 7.358 Euro pro Jahr.
Reichweite bei fester Entnahme
Bei fester jährlicher Entnahme E reicht das Kapital n = −ln(1 − K · r / E) / ln(1 + r) Jahre. Ist E ≤ K · r, wird nur aus dem Ertrag entnommen und das Kapital reicht rechnerisch ewig.
Dynamische Entnahme mit Inflation
Steigt die Entnahme jährlich mit der Inflation i, rechnet man mit dem Realzins rreal = (1 + r) / (1 + i) − 1 und wendet darauf dieselben Formeln an. Das Ergebnis ist die konstante Entnahme in heutiger Kaufkraft.
Monte-Carlo-Simulation
Statt eines festen Zinses zieht der Rechner für jedes Jahr eine zufällige Rendite aus einer Normalverteilung mit der erwarteten Rendite (mu) und der Volatilität (sigma) und spielt so 3.000 Ruhestandsverläufe durch. Die Pleitewahrscheinlichkeit ist der Anteil der Verläufe, in denen das Kapital vor dem Ende der Zieldauer erschöpft ist.
Steuern auf Entnahmen: die Kurzfassung
Bei jedem Anteilsverkauf wird nur der Gewinnanteil besteuert, nicht die ganze Entnahme. Darauf fällt Kapitalertragsteuer von 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag an, mit Kirchensteuer geringfügig mehr. Bei Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote bleiben durch die Teilfreistellung 30 Prozent des Gewinns steuerfrei. Der Sparerpauschbetrag stellt 1.000 Euro Ertrag pro Person und Jahr frei.
Während der Haltedauer fällt bei thesaurierenden Fonds zusätzlich die Vorabpauschale an: Für 2026 beträgt der Basiszins laut BMF-Schreiben vom 13.01.2026 3,20 Prozent, der Basisertrag also 2,24 Prozent des Fondswerts (70 Prozent von 3,20 Prozent), gedeckelt auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres. Bereits versteuerte Vorabpauschalen mindern später den steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn. Der Rechner behandelt Steuern bewusst als Näherung, die exakte Berechnung hängt von Kaufzeitpunkten und Tranchen ab.
Häufige Fragen zum Entnahmeplan
Wie lange reicht mein Geld im Ruhestand?
Das hängt von Startkapital, Entnahmehöhe, Rendite und Inflation ab. Für eine feste Entnahme E aus Kapital K bei Rendite r gilt: n = −ln(1 − K·r/E) / ln(1+r) Jahre. Ist die Entnahme nicht höher als der jährliche Ertrag, reicht das Kapital rechnerisch ewig. Weil Renditen schwanken, zeigt dieser Rechner zusätzlich die Pleitewahrscheinlichkeit aus einer Monte-Carlo-Simulation.
Wie viel kann ich monatlich entnehmen, ohne dass das Geld ausgeht?
Soll das Kapital erhalten bleiben, darf die Entnahme höchstens dem realen Ertrag entsprechen: Kapital mal Realzins. Beispiel: 500.000 Euro bei 6 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation ergeben rund 3,9 Prozent Realzins, also etwa 1.630 Euro monatlich in heutiger Kaufkraft. Wer das Kapital über eine feste Dauer planmäßig verzehrt, kann deutlich mehr entnehmen.
Was ist ein Entnahmeplan (Auszahlplan)?
Das Gegenstück zum Sparplan: Aus einem vorhandenen Vermögen, meist einem ETF-Depot, wird regelmäßig ein Betrag entnommen, der Rest bleibt investiert. Entscheidend sind Entnahmehöhe, Rendite, Inflation, Steuern und die Schwankung der Renditen.
Was bedeutet dynamische Entnahme?
Die Entnahme steigt jedes Jahr mit der Inflation, die Kaufkraft bleibt konstant. Gerechnet wird mit dem Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1. Eine feste nominale Entnahme verliert dagegen massiv an Wert: 2.000 Euro sind bei 2 Prozent Inflation nach 25 Jahren real nur noch rund 1.220 Euro.
Was ist die Pleitewahrscheinlichkeit?
Der Anteil simulierter Zukunftsverläufe, in denen das Kapital vor dem Ende der geplanten Dauer aufgebraucht ist. Der Rechner simuliert dafür 3.000 zufällige Renditereihen. Als grobe Faustregel gilt ein Wert unter 5 Prozent als robust, über 15 Prozent als riskant.
Was ist das Renditereihenfolge-Risiko?
Zwei Depots mit gleicher Durchschnittsrendite können völlig unterschiedlich enden, je nachdem, wann die schlechten Jahre kommen. Ein Crash in den ersten Entnahmejahren zwingt zum Verkauf vieler Anteile zu niedrigen Kursen und kann den Plan kippen, selbst wenn sich der Markt später erholt. Genau das macht die Monte-Carlo-Simulation sichtbar.
Wie werden Entnahmen aus einem ETF-Depot versteuert?
Besteuert wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile: 26,375 Prozent Kapitalertragsteuer inklusive Soli, bei Aktien-ETF nach 30 Prozent Teilfreistellung, abzüglich Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr. Die effektive Steuerlast auf die Entnahme liegt dadurch meist deutlich unter 15 Prozent.
Was ist die 4-Prozent-Regel und funktioniert sie in Deutschland?
Sie besagt: 4 Prozent des Depotwerts im ersten Jahr entnehmen, danach jährlich mit der Inflation steigern, das hielt in US-Daten meist 30 Jahre durch. Deutsche Steuern, Fondskosten und längere Ruhestandsdauern sprechen eher für 3 bis 3,5 Prozent. Ausführlich: Die 4-Prozent-Regel und warum sie zu kurz greift.