Kurzantwort: Bei 1.000 Euro monatlicher Entnahme in heutiger Kaufkraft (die Entnahme steigt jährlich mit 2 Prozent Inflation) reichen 250.000 Euro ohne Rendite 17,3 Jahre, bei 3 Prozent Rendite 23,4 Jahre, bei 5 Prozent 32,7 Jahre und bei 6 Prozent 44,1 Jahre. Wer mit 800 Euro im Monat auskommt und 6 Prozent Rendite erzielt, lebt rechnerisch sogar dauerhaft von den Erträgen. Bei 1.500 Euro im Monat sind es selbst mit 6 Prozent Rendite nur 20,5 Jahre.
Die Reichweite in der Übersicht (Kaufkraft konstant)
Diese Tabelle rechnet die Entnahme dynamisch: Der Betrag steigt jedes Jahr um 2 Prozent, damit du dir real immer gleich viel leisten kannst. Das ist die Rechnung, die zum Leben passt, nicht die geschönte.
| Entnahme pro Monat (heutige Kaufkraft) | 0 % Rendite | 3 % Rendite | 5 % Rendite | 6 % Rendite |
|---|---|---|---|---|
| 800 Euro | 20,8 Jahre | 30,2 Jahre | 50,1 Jahre | reicht dauerhaft |
| 1.000 Euro | 17,3 Jahre | 23,4 Jahre | 32,7 Jahre | 44,1 Jahre |
| 1.200 Euro | 14,8 Jahre | 19,1 Jahre | 24,7 Jahre | 29,7 Jahre |
| 1.500 Euro | 12,2 Jahre | 15,0 Jahre | 18,1 Jahre | 20,5 Jahre |
Annahme: 2 Prozent Inflation pro Jahr, Entnahme jeweils zum Jahresende, vor Steuern. Gerechnet über den Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1.
Der Sprung zwischen 800 und 1.000 Euro ist größer, als er aussieht
Zwischen 800 und 1.000 Euro liegen nur 200 Euro im Monat, aber bei 5 Prozent Rendite schrumpft die Reichweite von 50,1 auf 32,7 Jahre. Der Grund: Die 800 Euro liegen noch dicht am realen Ertrag des Depots, die 1.000 Euro deutlich darüber. Sobald die Entnahme den Realertrag übersteigt, frisst sich der Kapitalverzehr immer schneller durch das Depot. Wie stark selbst kleine Kürzungen wirken, zeigt der Artikel dazu, wie viele Jahre eine kleinere Entnahme bringt.
Warum die üblichen Rechner mehr versprechen
Die meisten Auszahlplan-Rechner frieren die Entnahme nominal ein: 1.200 Euro bleiben dort 1.200 Euro, auch im Jahr 2051. Dann reichen 250.000 Euro bei 5 Prozent Zins scheinbar 41,5 Jahre statt 24,7, und bei 6 Prozent sogar unbegrenzt. Der Haken: Nach 25 Jahren mit 2 Prozent Inflation kaufen dir 1.200 Euro nur noch so viel wie heute 731 Euro. Die längere Reichweite bezahlst du mit einem schleichend sinkenden Lebensstandard. Deshalb rechnet unser Entnahmeplan-Rechner standardmäßig inflationsangepasst und zeigt beide Sichten, nominal und real.
Andersherum gefragt: Wie viel darf ich entnehmen?
Wenn die Dauer feststeht, lässt sich die maximale konstante Entnahme in heutiger Kaufkraft direkt ausrechnen:
| Geplante Dauer | 3 % Rendite | 5 % Rendite | 6 % Rendite |
|---|---|---|---|
| 15 Jahre | 1.500 Euro/Monat | 1.738 Euro/Monat | 1.864 Euro/Monat |
| 20 Jahre | 1.152 Euro/Monat | 1.393 Euro/Monat | 1.522 Euro/Monat |
| 25 Jahre | 944 Euro/Monat | 1.189 Euro/Monat | 1.323 Euro/Monat |
| 30 Jahre | 805 Euro/Monat | 1.055 Euro/Monat | 1.193 Euro/Monat |
| 35 Jahre | 706 Euro/Monat | 961 Euro/Monat | 1.104 Euro/Monat |
Soll das Kapital nie angegriffen werden, trägt nur der reale Ertrag: bei 6 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation 817 Euro im Monat, bei 5 Prozent 613 Euro und bei 4 Prozent nur noch 408 Euro. Kapitalerhalt kostet also rund ein Drittel des Budgets, das ein 30-Jahres-Plan hergeben würde.
Die Zahlen sind Durchschnittswerte, dein Depot schwankt
Alle Tabellen oben unterstellen, dass die Rendite jedes Jahr exakt gleich ausfällt. Ein echtes Aktiendepot schwankt, und die Reihenfolge der guten und schlechten Jahre entscheidet mit. Die Monte-Carlo-Simulation des Rechners zieht dafür 3.000 Zufallsverläufe mit 6 Prozent erwarteter Rendite, 15 Prozent Schwankung und 2 Prozent Inflation, also ungefähr die Kennzahlen eines weltweiten Aktiendepots:
| Entnahme pro Monat | Pleiterisiko über 25 Jahre | Pleiterisiko über 30 Jahre |
|---|---|---|
| 800 Euro | 21,0 % | 31,4 % |
| 1.000 Euro | 37,2 % | 50,1 % |
| 1.200 Euro | 55,1 % | 66,5 % |
| 1.500 Euro | 76,4 % | 83,3 % |
Monte-Carlo mit 3.000 Pfaden, normalverteilte Jahresrenditen, Erwartungswert 6 Prozent, Volatilität 15 Prozent, Inflation 2 Prozent, fester Startwert der Simulation. Pleite heißt: Das Kapital ist vor Ablauf der Zieldauer erschöpft.
Das ist die unbequeme Wahrheit hinter der freundlichen Tabelle. 1.000 Euro im Monat sehen im Durchschnitt nach 44 Jahren Reichweite aus, scheitern aber in der Hälfte der simulierten 30-Jahres-Verläufe. Wer über 30 Jahre unter 10 Prozent Pleiterisiko bleiben will, landet bei rund 500 Euro im Monat, das sind 7,5 Prozent gescheiterte Verläufe. Bei 600 Euro sind es 13,3 Prozent.
Gleichzeitig geht die Spanne nach oben weit auf. Bei 800 Euro über 25 Jahre liegt das mittlere Restkapital bei 241.508 Euro, im guten Zehntel der Verläufe bei über einer Million Euro. Was diese Wahrscheinlichkeiten aussagen und was nicht, steht im Artikel zur Monte-Carlo-Simulation für den Ruhestand.
250.000 Euro als Brücke bis zur Rente
Viele brauchen das Depot nicht lebenslang, sondern nur für die Jahre bis zur gesetzlichen Rente. Als reines Brückenkapital bei 4 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation tragen 250.000 Euro 3.214 Euro im Monat über sieben Jahre oder 2.315 Euro über zehn Jahre, jeweils in heutiger Kaufkraft. Diese Rechnung ist deutlich robuster als ein 30-Jahres-Plan, weil der Horizont kurz ist und das Renditereihenfolge-Risiko entsprechend weniger Zeit hat zu wirken.
Was das Finanzamt nimmt
Besteuert wird beim ETF-Verkauf nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile, bei Aktienfonds nach 30 Prozent Teilfreistellung und abzüglich Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr. Bei 1.000 Euro Entnahme im Monat, also 12.000 Euro im Jahr, und einem Gewinnanteil von 50 Prozent fallen 844 Euro Steuer an. Das sind 7,0 Prozent der Entnahme, obwohl der nominale Satz aus Abgeltungsteuer und Soli 26,375 Prozent beträgt. Wer netto 1.000 Euro im Monat braucht, muss brutto 1.077 Euro entnehmen.
Dazu kommt bei thesaurierenden Fonds die Vorabpauschale. Bei 250.000 Euro Fondswert und dem Basiszins 2026 von 3,20 Prozent ergibt sich ein Basisertrag von 5.600 Euro, nach Teilfreistellung 3.920 Euro steuerpflichtig und damit 1.034 Euro Steuer vor Anrechnung des Sparerpauschbetrags. Der Pauschbetrag deckt das allein nicht mehr ab, deshalb gehört dieser Posten in die Planung.
Rechne deinen eigenen Fall
Andere Entnahme, anderes Kapital, andere Annahmen: Der Entnahmeplan-Rechner rechnet deinen Fall in Sekunden, inklusive Pleitewahrscheinlichkeit, Restkapital-Verlauf und Steuern auf ETF-Entnahmen. Passt die Größenordnung nicht, hilft der Artikel zu 200.000 Euro oder zum Entnahmeplan mit 300.000 Euro.
Häufige Fragen
Wie lange reichen 250.000 Euro bei 1.000 Euro Entnahme im Monat?
Inflationsangepasst gerechnet, also mit einer Entnahme, die jährlich um 2 Prozent steigt und die Kaufkraft konstant hält: ohne Rendite 17,3 Jahre, bei 3 Prozent Rendite 23,4 Jahre, bei 5 Prozent 32,7 Jahre und bei 6 Prozent 44,1 Jahre. Wer die Entnahme nominal einfriert, kommt rechnerisch weiter, verliert aber jedes Jahr Kaufkraft.
Wie viel kann ich aus 250.000 Euro dauerhaft entnehmen, ohne das Kapital anzugreifen?
Dauerhaft trägt nur der reale Ertrag. Bei 6 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation sind das 3,92 Prozent Realzins, also 817 Euro im Monat in heutiger Kaufkraft. Bei 5 Prozent Rendite sind es 613 Euro, bei 4 Prozent nur noch 408 Euro. Alles darüber verzehrt planmäßig das Kapital.
Wie hoch ist das Risiko, dass 250.000 Euro vorzeitig aufgebraucht sind?
In der Monte-Carlo-Simulation mit 6 Prozent erwarteter Rendite, 15 Prozent Schwankung und 2 Prozent Inflation über 30 Jahre scheitern bei 1.000 Euro monatlicher Entnahme 50,1 Prozent der 3.000 simulierten Verläufe. Bei 800 Euro sind es 31,4 Prozent, bei 600 Euro 13,3 Prozent und bei 500 Euro 7,5 Prozent. Die Durchschnittsrechnung sieht deutlich freundlicher aus als die Verteilung.