Ratgeber Entnahmeplan

Wie viel darf ich monatlich entnehmen?

Die Antwort hängt an drei Zahlen: Kapital, Rendite und geplante Dauer. Hier sind die Tabellen für 100.000 bis 1 Million Euro, inflationsbereinigt gerechnet.

Keine Anlageberatung. Alle Werte sind Modellrechnungen, gerechnet mit der Logik des Entnahmeplan-Rechners.

Kurzantwort: Bei 2 Prozent Inflation und konstanter Kaufkraft tragen 500.000 Euro über 30 Jahre rund 1.850 Euro im Monat bei 4 Prozent Rendite, 2.110 Euro bei 5 Prozent und 2.387 Euro bei 6 Prozent. Je 100.000 Euro Kapital sind das 370, 422 beziehungsweise 477 Euro im Monat. Kürzere Planung erlaubt mehr: Über 20 Jahre steigt der Wert je 100.000 Euro auf 508 bis 609 Euro. Wer das Kapital gar nicht antasten will, kann dauerhaft nur den realen Ertrag entnehmen, also 163 bis 327 Euro je 100.000 Euro.

Entnahme pro Monat über 30 Jahre

Alle Werte sind Entnahmen in heutiger Kaufkraft: Der ausgezahlte Betrag steigt jedes Jahr mit 2 Prozent Inflation, damit du dir real immer gleich viel leisten kannst. Am Ende der geplanten Dauer ist das Kapital planmäßig aufgebraucht.

Kapital4 % Rendite5 % Rendite6 % Rendite
100.000 Euro370 Euro422 Euro477 Euro
200.000 Euro740 Euro844 Euro955 Euro
300.000 Euro1.110 Euro1.266 Euro1.432 Euro
500.000 Euro1.850 Euro2.110 Euro2.387 Euro
750.000 Euro2.776 Euro3.165 Euro3.580 Euro
1.000.000 Euro3.701 Euro4.219 Euro4.773 Euro

Annahme: 2 Prozent Inflation, Entnahme jeweils zum Jahresende, vor Steuern und Kosten. Gerechnet über den Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1.

Entnahme pro Monat über 25 Jahre

Kapital4 % Rendite5 % Rendite6 % Rendite
100.000 Euro425 Euro475 Euro529 Euro
200.000 Euro850 Euro951 Euro1.058 Euro
300.000 Euro1.275 Euro1.426 Euro1.587 Euro
500.000 Euro2.124 Euro2.377 Euro2.645 Euro
750.000 Euro3.187 Euro3.566 Euro3.968 Euro
1.000.000 Euro4.249 Euro4.754 Euro5.290 Euro

Entnahme pro Monat über 20 Jahre

Kapital4 % Rendite5 % Rendite6 % Rendite
100.000 Euro508 Euro557 Euro609 Euro
200.000 Euro1.015 Euro1.114 Euro1.218 Euro
300.000 Euro1.523 Euro1.671 Euro1.827 Euro
500.000 Euro2.539 Euro2.785 Euro3.045 Euro
750.000 Euro3.808 Euro4.178 Euro4.567 Euro
1.000.000 Euro5.077 Euro5.571 Euro6.089 Euro

Die Tabellen skalieren linear: Doppeltes Kapital heißt doppelte Entnahme. Für 400.000 Euro über 30 Jahre bei 5 Prozent nimmst du also den 100.000er Wert mal vier, also rund 1.688 Euro im Monat.

Was die Rendite wirklich bringt

Auffällig ist, wie wenig zwei Prozentpunkte mehr Rendite ausmachen, wenn die Dauer kurz ist. Über 20 Jahre trennen 4 und 6 Prozent Rendite bei 500.000 Euro nur rund 506 Euro im Monat, das sind 20 Prozent mehr. Über 30 Jahre sind es 537 Euro und damit 29 Prozent mehr. Der Grund: Je kürzer die Entnahmephase, desto stärker lebst du vom Kapital selbst und desto weniger vom Zinseszins. Die Stellschraube Dauer wirkt dabei kräftiger als die Stellschraube Rendite, und sie ist die einzige der beiden, die du nicht schätzen musst.

Die Entnahmequote hinter den Zahlen

Umgerechnet auf das Startkapital ergeben sich diese jährlichen Entnahmequoten:

Geplante Dauer4 % Rendite5 % Rendite6 % Rendite
20 Jahre6,1 %6,7 %7,3 %
25 Jahre5,1 %5,7 %6,3 %
30 Jahre4,4 %5,1 %5,7 %

Diese Quoten liegen deutlich über den 4 Prozent, die als Faustregel kursieren. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Hinweis auf den Unterschied zwischen Durchschnittsrechnung und Wirklichkeit: Die Tabellen unterstellen, dass die Rendite in jedem einzelnen Jahr exakt gleich ausfällt. Ein Aktiendepot tut das nie. Mehr dazu im Artikel zur 4-Prozent-Regel.

Mit Schwankung sieht es anders aus

Die Monte-Carlo-Simulation des Rechners zieht die Jahresrenditen zufällig aus einer Verteilung mit 6 Prozent Erwartungswert und 15 Prozent Schwankung, also so, wie sich ein weltweites Aktiendepot historisch verhalten hat. Für 500.000 Euro über 30 Jahre, 2 Prozent Inflation, 3.000 simulierte Verläufe:

Entnahme pro MonatEntnahmequotePleitewahrscheinlichkeit
1.100 Euro2,6 %10 %
1.300 Euro3,1 %17 %
1.500 Euro3,6 %26 %
1.750 Euro4,2 %38 %
2.110 Euro5,1 %54 %
2.387 Euro5,7 %66 %

Monte-Carlo mit 3.000 Pfaden, Erwartungswert 6 Prozent, Volatilität 15 Prozent, Inflation 2 Prozent, Seed 42. Pleite heißt: Das Kapital ist vor Ablauf der 30 Jahre erschöpft.

Der Wert aus der Durchschnittstabelle, 2.110 Euro bei 5 Prozent Rendite, scheitert also in mehr als jedem zweiten simulierten Verlauf vorzeitig. Wer bei 10 Prozent Restrisiko landen will, muss auf rund 1.100 Euro im Monat heruntergehen. Das ist der ehrliche Preis der Sicherheit. Weniger Schwankung hilft, löst das Problem aber nicht: Bei 10 statt 15 Prozent Volatilität und unveränderten 6 Prozent erwarteter Rendite sinkt das Risiko für 2.000 Euro im Monat von 50 auf 36 Prozent. In der Praxis geht ein defensiverer Mix allerdings meist auch mit einer niedrigeren erwarteten Rendite einher. Wie diese Zahlen zu lesen sind, erklärt der Artikel zur Monte-Carlo-Simulation.

Dauerhaft entnehmen, ohne das Kapital anzugreifen

Soll das Vermögen erhalten bleiben, etwa für die Erben, trägt nur der reale Ertrag. Bei 2 Prozent Inflation sind das 1,96 Prozent Realzins bei 4 Prozent Rendite, 2,94 Prozent bei 5 Prozent und 3,92 Prozent bei 6 Prozent:

Kapital4 % Rendite5 % Rendite6 % Rendite
100.000 Euro163 Euro245 Euro327 Euro
300.000 Euro490 Euro735 Euro980 Euro
500.000 Euro817 Euro1.225 Euro1.634 Euro
1.000.000 Euro1.634 Euro2.451 Euro3.268 Euro

Gegenüber dem planmäßigen Verzehr über 30 Jahre kostet der Kapitalerhalt bei 500.000 Euro rund 32 Prozent der monatlichen Entnahme (bei 6 Prozent Rendite), 42 Prozent (bei 5 Prozent) oder 56 Prozent (bei 4 Prozent). Je niedriger die Rendite, desto teurer wird der Verzicht auf Kapitalverzehr. Welcher Weg besser passt, hängt weniger vom Rechnen als vom Ziel ab: Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt.

Was noch vom Betrag abgeht

Die Tabellen rechnen brutto. Zwei Posten mindern den Betrag, der wirklich auf dem Konto landet:

Die Entnahme wächst mit

Wichtig zum Verständnis: Alle Beträge sind in heutiger Kaufkraft angegeben. Wer heute 2.110 Euro plant, bekommt im ersten Jahr nominal 2.152 Euro ausgezahlt, im zehnten Jahr 2.572 Euro und im dreißigsten Jahr 3.821 Euro. Der Kontoauszug zeigt also stetig steigende Beträge, obwohl sich der Lebensstandard nicht ändert. Wer stattdessen eine feste nominale Entnahme wählt, könnte bei 500.000 Euro und 5 Prozent über 30 Jahre mit 2.710 Euro starten, hätte davon im letzten Jahr aber real nur noch die Kaufkraft von 1.496 Euro.

Rechne deinen eigenen Fall

Anderes Kapital, andere Rendite, andere Dauer, dazu Steuern und Pleitewahrscheinlichkeit: Der Entnahmeplan-Rechner rechnet deinen Fall in Sekunden, in beide Richtungen (Entnahme aus Dauer oder Dauer aus Entnahme).

Häufige Fragen

Wie viel darf ich bei 500.000 Euro monatlich entnehmen?

Bei 2 Prozent Inflation und konstanter Kaufkraft: über 30 Jahre rund 1.850 Euro bei 4 Prozent Rendite, 2.110 Euro bei 5 Prozent und 2.387 Euro bei 6 Prozent. Über 25 Jahre sind es 2.124, 2.377 und 2.645 Euro, über 20 Jahre 2.539, 2.785 und 3.045 Euro. Das Kapital ist am Ende der Dauer planmäßig aufgebraucht.

Welche Entnahmequote ist realistisch?

Rechnerisch ergeben sich über 30 Jahre 4,4 bis 5,7 Prozent des Kapitals pro Jahr. Diese Werte gelten aber nur bei jedes Jahr gleicher Rendite. Mit einem schwankenden Depot liegt die Pleitewahrscheinlichkeit bei solchen Quoten über 50 Prozent. Für rund 10 Prozent Restrisiko sind eher 2,5 bis 3 Prozent nötig.

Wie viel kann ich entnehmen, ohne das Kapital anzugreifen?

Nur den realen Ertrag: bei 2 Prozent Inflation also 1,96 Prozent bei 4 Prozent Rendite, 2,94 Prozent bei 5 Prozent und 3,92 Prozent bei 6 Prozent. Aus 500.000 Euro werden so 817, 1.225 oder 1.634 Euro im Monat in heutiger Kaufkraft, dauerhaft und ohne Kapitalverzehr.