Kurzantwort: Aus 750.000 Euro lassen sich über 30 Jahre rund 3.165 Euro im Monat entnehmen, wenn 5 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation unterstellt werden und die Kaufkraft konstant bleiben soll. Bei 6 Prozent Rendite sind es 3.580 Euro, bei 3 Prozent nur 2.415 Euro. Am Ende ist das Kapital dann planmäßig auf null. Wer das Depot nie angreifen will, kommt bei 5 Prozent Rendite auf rund 1.838 Euro im Monat, dauerhaft und in heutiger Kaufkraft.
Was 750.000 Euro monatlich tragen
Die Tabelle rechnet dynamisch: Die Entnahme steigt jedes Jahr mit 2 Prozent Inflation, damit das Budget real gleich bleibt. Alle Werte sind Monatsbeträge in heutiger Kaufkraft, vor Steuern, und das Kapital ist am Ende der Laufzeit vollständig verbraucht.
| Geplante Dauer | 3 % Rendite | 4 % Rendite | 5 % Rendite | 6 % Rendite | 7 % Rendite |
|---|---|---|---|---|---|
| 20 Jahre | 3.457 Euro | 3.808 Euro | 4.178 Euro | 4.567 Euro | 4.974 Euro |
| 25 Jahre | 2.831 Euro | 3.187 Euro | 3.566 Euro | 3.968 Euro | 4.391 Euro |
| 30 Jahre | 2.415 Euro | 2.776 Euro | 3.165 Euro | 3.580 Euro | 4.020 Euro |
| 35 Jahre | 2.118 Euro | 2.485 Euro | 2.884 Euro | 3.313 Euro | 3.770 Euro |
| 40 Jahre | 1.896 Euro | 2.269 Euro | 2.678 Euro | 3.121 Euro | 3.594 Euro |
Annahme: 2 Prozent Inflation pro Jahr, Entnahme zum Jahresende, vor Steuern und Kosten. Gerechnet über den Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1.
Wer mit 65 startet und bis 95 plant, landet also bei realistischen 5 Prozent Rendite auf gut 3.100 Euro im Monat, zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Zehn Jahre mehr Planungsdauer kosten in derselben Zeile nur rund 487 Euro monatlich, ein Renditepunkt weniger dagegen fast 390 Euro. Die Annahme über die Rendite wiegt schwerer als die Frage, ob du 30 oder 40 Jahre planst. Welche Renditeannahme vertretbar ist, diskutieren wir im Artikel zur Renditeannahme im Entnahmeplan.
Wenn das Kapital erhalten bleiben soll
Viele wollen die Summe nicht verbrauchen, sondern an die Kinder weitergeben. Dann trägt nur der reale Ertrag, also die Rendite nach Abzug der Inflation:
| Rendite (nominal) | Realzins bei 2 % Inflation | Dauerhafte Entnahme pro Monat |
|---|---|---|
| 3 % | 0,98 % | 613 Euro |
| 4 % | 1,96 % | 1.225 Euro |
| 5 % | 2,94 % | 1.838 Euro |
| 6 % | 3,92 % | 2.451 Euro |
| 7 % | 4,90 % | 3.064 Euro |
Der Kapitalerhalt kostet also rund 42 Prozent des Budgets: 1.838 statt 3.165 Euro bei 5 Prozent Rendite. Dafür bleibt die Summe nominal wie real vollständig erhalten. Welche Variante wann passt, vergleichen wir unter Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt.
Die ehrliche Zahl: Wahrscheinlichkeit statt Durchschnitt
Alle Werte oben unterstellen, dass die Rendite jedes Jahr exakt gleich ausfällt. Ein echtes Aktiendepot tut das nie. Die Monte-Carlo-Simulation zieht stattdessen 3.000 zufällige Renditeverläufe (6 Prozent erwartete Rendite, 15 Prozent Schwankung, 2 Prozent Inflation) und zählt, wie oft das Geld vor Ablauf der 30 Jahre alle ist.
| Entnahme pro Monat (heutige Kaufkraft) | Pleitewahrscheinlichkeit über 30 Jahre | Restkapital im Median (nominal) |
|---|---|---|
| 1.500 Euro | 7,5 % | 1.522.191 Euro |
| 1.800 Euro | 13,3 % | 1.177.734 Euro |
| 2.000 Euro | 19,2 % | 989.144 Euro |
| 2.200 Euro | 24,1 % | 787.777 Euro |
| 2.500 Euro | 34,1 % | 474.443 Euro |
| 2.800 Euro | 44,1 % | 208.951 Euro |
| 3.165 Euro | 54,2 % | 0 Euro |
| 3.500 Euro | 62,4 % | 0 Euro |
Monte-Carlo mit 3.000 Pfaden, Seed 42, normalverteilte Jahresrenditen. Das Restkapital ist der nominale Median nach 30 Jahren, nicht inflationsbereinigt.
Der Kontrast ist der Kern dieses Artikels: Die 3.165 Euro aus der Annuitätenformel gehen in mehr als der Hälfte der simulierten Verläufe vorzeitig schief. Bei 1.500 Euro im Monat reicht das Geld dagegen in gut 9 von 10 Verläufen, und im Median liegen nach 30 Jahren noch über 1,5 Millionen Euro nominal im Depot. Diese Spreizung ist kein Rechenfehler, sondern das Renditereihenfolge-Risiko: Ein paar schlechte Jahre direkt zu Beginn wiegen schwerer als dieselben Jahre am Ende.
Und was sagt die 4-Prozent-Regel?
Nach der bekannten Faustregel dürftest du 30.000 Euro im Jahr entnehmen, also 2.500 Euro im Monat, jährlich um die Inflation erhöht. In der Simulation oben liegt die Pleitewahrscheinlichkeit dafür bei 34,1 Prozent über 30 Jahre. Das passt zur Kritik an der Regel: Sie stammt aus US-Daten der 90er Jahre, rechnet ohne deutsche Steuern und Kosten und beschreibt einen historischen Verlauf, keine Garantie. Details auf der Seite zur 4-Prozent-Regel, die vorsichtigere Variante im Artikel zur 3-Prozent-Regel.
Vorabpauschale: Bei diesem Depot ein spürbarer Posten
Ab einer gewissen Depotgröße fällt Steuer an, bevor du überhaupt etwas verkauft hast. Bei thesaurierenden ETF greift die Vorabpauschale: Basisertrag ist der Fondswert am Jahresanfang mal Basiszins mal 0,7. Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 Prozent.
| Fondswert am Jahresanfang | Basisertrag | Steuerpflichtig nach Teilfreistellung | Steuer nach Sparerpauschbetrag |
|---|---|---|---|
| 250.000 Euro | 5.600 Euro | 3.920 Euro | 770 Euro |
| 500.000 Euro | 11.200 Euro | 7.840 Euro | 1.804 Euro |
| 750.000 Euro | 16.800 Euro | 11.760 Euro | 2.838 Euro |
| 1.000.000 Euro | 22.400 Euro | 15.680 Euro | 3.872 Euro |
Aktienfonds mit 30 Prozent Teilfreistellung, Sparerpauschbetrag 1.000 Euro, 26,375 Prozent Abgeltungsteuer mit Soli, ohne Kirchensteuer. Näherung, gedeckelt auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres und nie negativ.
Zwei Punkte sind für ein Depot dieser Größe wichtig. Erstens: Schon ab rund 63.800 Euro Fondswert frisst die Vorabpauschale allein den gesamten Sparerpauschbetrag auf. Bei 750.000 Euro ist der Pauschbetrag also längst verbraucht, und jede Entnahme wird ab dem ersten Euro Gewinn besteuert. Zweitens: In einem Verlustjahr fällt die Vorabpauschale weg, weil sie auf die Wertsteigerung gedeckelt ist, und bereits gezahlte Vorabpauschalen werden beim späteren Verkauf angerechnet. Sie ist eine Vorauszahlung, keine Zusatzsteuer. Mehr dazu unter Vorabpauschale 2026.
Was netto vom Monatsbudget übrig bleibt
Beim Anteilsverkauf wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile besteuert, nach 30 Prozent Teilfreistellung. Beispiel: 3.165 Euro brutto im Monat, also 37.980 Euro im Jahr. Die rechte Spalte zeigt den realistischen Fall für ein großes Depot, bei dem die Vorabpauschale den Sparerpauschbetrag bereits aufgebraucht hat.
| Gewinnanteil der Entnahme | Steuer pro Jahr (mit Pauschbetrag) | Netto pro Monat | Netto pro Monat (Pauschbetrag verbraucht) |
|---|---|---|---|
| 30 % | 1.840 Euro | 3.012 Euro | 2.990 Euro |
| 50 % | 3.242 Euro | 2.895 Euro | 2.873 Euro |
| 70 % | 4.645 Euro | 2.778 Euro | 2.756 Euro |
Aktienfonds mit 30 Prozent Teilfreistellung, ohne Kirchensteuer. Effektiver Satz auf die Entnahme: 4,8 bis 12,2 Prozent mit Pauschbetrag, 5,5 bis 12,9 Prozent ohne.
Umgekehrt gerechnet: Wer netto 3.000 Euro im Monat braucht, muss bei 50 Prozent Gewinnanteil 3.281 Euro brutto entnehmen, bei 70 Prozent Gewinnanteil 3.420 Euro. Warum der Gewinnanteil über die Jahre steigt und die Steuerlast damit wächst, erklärt der Artikel zu FIFO beim ETF-Verkauf.
Praktische Einordnung
- Plane nicht mit der Formelzahl. Die 3.165 Euro sind die Obergrenze eines glatten Verlaufs, nicht die Planungsgröße. Wähle die Entnahme nach der Pleitewahrscheinlichkeit, die du tragen kannst.
- Zwischen 1.800 und 2.500 Euro liegt die Komfortzone. Dort bleibt das Risiko über 30 Jahre unter 35 Prozent, und im Median bleibt noch Kapital für Pflegekosten oder Erben übrig.
- Steuer vorher einplanen. Bei diesem Depot ist der Sparerpauschbetrag durch die Vorabpauschale ausgeschöpft. Rechne mit dem Nettobudget, nicht mit dem Bruttobetrag aus der Tabelle.
- Flexibilität ersetzt Sicherheitspuffer. Wer in schlechten Börsenjahren 10 bis 20 Prozent weniger entnimmt, senkt das Risiko deutlich, ohne dauerhaft kleiner zu leben. Wie stark das wirkt, zeigen die flexiblen Entnahme-Leitplanken.
Rechne deinen eigenen Fall
Andere Rendite, andere Dauer, anderes Startkapital: Der Entnahmeplan-Rechner rechnet deinen Fall in Sekunden, inklusive Pleitewahrscheinlichkeit, Restkapital-Verlauf und Steuern auf ETF-Entnahmen. Die gleiche Rechnung gibt es auch für 500.000 Euro und für 1 Million Euro.
Häufige Fragen
Wie viel Rente bringen 750.000 Euro im Monat?
Bei 2 Prozent Inflation und konstanter Kaufkraft über 30 Jahre: rund 2.415 Euro im Monat bei 3 Prozent Rendite, 3.165 Euro bei 5 Prozent und 3.580 Euro bei 6 Prozent. Das Kapital ist am Ende der 30 Jahre planmäßig aufgebraucht. Über 40 Jahre sinken die Beträge auf 1.896, 2.678 und 3.121 Euro.
Kann ich von 750.000 Euro leben, ohne das Kapital anzugreifen?
Dauerhaft trägt nur der reale Ertrag. Bei 5 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation sind das 2,94 Prozent Realzins, also rund 1.838 Euro im Monat in heutiger Kaufkraft. Bei 6 Prozent Rendite sind es 3,92 Prozent Realzins und rund 2.451 Euro. Alles darüber verzehrt planmäßig das Kapital.
Wie hoch ist die Vorabpauschale bei einem Depot von 750.000 Euro?
Mit dem Basiszins 2026 von 3,20 Prozent liegt der Basisertrag bei 16.800 Euro. Nach 30 Prozent Teilfreistellung sind 11.760 Euro steuerpflichtig, nach Abzug des Sparerpauschbetrags von 1.000 Euro ergeben sich rund 2.838 Euro Steuer. Gedeckelt ist die Vorabpauschale auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres, in einem Verlustjahr fällt sie ganz weg.