Kurzantwort: Bei 250 Euro monatlicher Entnahme in heutiger Kaufkraft reichen 30.000 Euro ohne Rendite 9,0 Jahre, bei 2 Prozent Zins 10,0 Jahre, bei 3 Prozent Rendite 10,6 Jahre und bei 5 Prozent 12,0 Jahre. Mit 150 Euro im Monat kommt man bei 5 Prozent Rendite auf 23,2 Jahre, mit 500 Euro im Monat ist dagegen selbst bei 6 Prozent nach 5,7 Jahren Schluss. Alle Werte gehen von 2 Prozent Inflation aus, die Entnahme steigt also jedes Jahr mit, damit die Kaufkraft konstant bleibt.
Die Reichweite in der Übersicht (Kaufkraft konstant)
Die Tabelle rechnet die Entnahme dynamisch: Der Betrag steigt jährlich um 2 Prozent. Die Spalte 2 Prozent steht für eine sichere Zinsanlage wie Tagesgeld oder Festgeld, bei der Zins und Inflation sich gerade aufheben. Ob ein solcher Zins erreichbar ist, hängt vom jeweiligen Angebot ab.
| Entnahme pro Monat (heutige Kaufkraft) | 0 % | 2 % | 3 % | 5 % | 6 % |
|---|---|---|---|---|---|
| 150 Euro | 14,3 Jahre | 16,7 Jahre | 18,3 Jahre | 23,2 Jahre | 27,6 Jahre |
| 200 Euro | 11,1 Jahre | 12,5 Jahre | 13,4 Jahre | 15,8 Jahre | 17,5 Jahre |
| 250 Euro | 9,0 Jahre | 10,0 Jahre | 10,6 Jahre | 12,0 Jahre | 12,9 Jahre |
| 300 Euro | 7,6 Jahre | 8,3 Jahre | 8,7 Jahre | 9,7 Jahre | 10,3 Jahre |
| 400 Euro | 5,8 Jahre | 6,3 Jahre | 6,5 Jahre | 7,0 Jahre | 7,3 Jahre |
| 500 Euro | 4,7 Jahre | 5,0 Jahre | 5,2 Jahre | 5,5 Jahre | 5,7 Jahre |
Annahme: 2 Prozent Inflation pro Jahr, Entnahme jeweils zum Jahresende, vor Steuern und Kosten. Gerechnet über den Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1.
Das Muster ist dasselbe wie bei größeren Summen, nur schärfer: Ab etwa 300 Euro im Monat spielt die Rendite kaum noch eine Rolle. Zwischen 2 und 6 Prozent liegen dann nur zwei Jahre, bei 500 Euro sogar nur gut ein halbes Jahr. Bei 150 Euro im Monat dagegen verlängern 6 statt 2 Prozent die Reichweite um fast 11 Jahre. Wer viel entnimmt, verbraucht das Kapital, bevor der Zinseszins arbeiten kann.
Warum viele Rechner mehr versprechen
Die meisten Auszahlplan-Rechner frieren die Entnahme nominal ein. Dann reichen 30.000 Euro bei 250 Euro im Monat und 5 Prozent Rendite scheinbar 14,2 statt 12,0 Jahre. Der Preis: Nach 15 Jahren mit 2 Prozent Inflation kaufen 250 Euro nur noch so viel wie heute rund 186 Euro. Steigen die Preise mit 3 statt 2 Prozent, schrumpft die ehrliche Reichweite von 12,0 auf 11,2 Jahre. Mehr zum Unterschied im Artikel dynamische gegen feste Entnahme.
Andersherum gefragt: Wie viel darf ich entnehmen?
Steht die Dauer fest, lässt sich die maximale konstante Entnahme in heutiger Kaufkraft direkt ausrechnen. Das Kapital ist am Ende der Dauer aufgebraucht:
| Geplante Dauer | 2 % Zins | 3 % Rendite | 5 % Rendite | 6 % Rendite |
|---|---|---|---|---|
| 3 Jahre | 833 Euro/Monat | 850 Euro/Monat | 883 Euro/Monat | 900 Euro/Monat |
| 5 Jahre | 500 Euro/Monat | 515 Euro/Monat | 545 Euro/Monat | 560 Euro/Monat |
| 7 Jahre | 357 Euro/Monat | 371 Euro/Monat | 400 Euro/Monat | 415 Euro/Monat |
| 10 Jahre | 250 Euro/Monat | 264 Euro/Monat | 292 Euro/Monat | 307 Euro/Monat |
| 15 Jahre | 167 Euro/Monat | 180 Euro/Monat | 209 Euro/Monat | 224 Euro/Monat |
| 20 Jahre | 125 Euro/Monat | 138 Euro/Monat | 167 Euro/Monat | 183 Euro/Monat |
Entnahme in heutiger Kaufkraft, 2 Prozent Inflation, Entnahme zum Jahresende, vor Steuern und Kosten.
Für eine kurze Brücke bis zur Rente sind 30.000 Euro durchaus spürbar: Drei Jahre lang gut 830 Euro im Monat oder fünf Jahre lang 500 Euro. Für kurze Brücken ist die linke Spalte die ehrliche, denn Geld, das in drei Jahren gebraucht wird, gehört nicht in ein schwankendes Depot. Wie sich Brückenkapital und gesetzliche Rente verzahnen, zeigt der Artikel zur Rentenlücke und Brücke.
Soll das Kapital nie angegriffen werden, trägt nur der reale Ertrag: bei 6 Prozent Rendite rund 98 Euro im Monat, bei 5 Prozent etwa 74 Euro und bei 3 Prozent nur noch rund 25 Euro. Als ewige Zusatzrente sind 30.000 Euro also zu klein, als planmäßiger Kapitalverzehr dagegen gut nutzbar.
Tagesgeld oder ETF bei 30.000 Euro?
Die Durchschnittstabellen unterstellen jedes Jahr exakt dieselbe Rendite. Ein Aktiendepot schwankt aber. Die Monte-Carlo-Simulation des Rechners spielt deshalb 3.000 zufällige Verläufe durch, einmal für ein reines Aktiendepot (6 Prozent erwartete Rendite, 15 Prozent Schwankung) und einmal für eine vorsichtige Mischung (4 Prozent erwartet, 8 Prozent Schwankung):
| Entnahme pro Monat | Aktiendepot 10 Jahre | Aktiendepot 15 Jahre | Aktiendepot 20 Jahre | Mischung 10 Jahre | Mischung 15 Jahre | Mischung 20 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 150 Euro | 2 % | 19 % | 43 % | 0 % | 12 % | 55 % |
| 200 Euro | 11 % | 48 % | 72 % | 3 % | 63 % | 95 % |
| 250 Euro | 31 % | 73 % | 90 % | 30 % | 95 % | 100 % |
| 300 Euro | 54 % | 89 % | 96 % | 73 % | 100 % | 100 % |
Pleitewahrscheinlichkeit: Anteil der Verläufe, in denen das Kapital vor Ablauf der Zieldauer erschöpft ist. Monte-Carlo mit 3.000 Pfaden, Seed 42, normalverteilte Jahresrenditen, Inflation 2 Prozent, vor Steuern und Kosten.
Daraus lassen sich zwei Regeln ablesen. Erstens: Bei kurzen Zeiträumen gewinnt die Sicherheit. Über 10 Jahre scheitern 200 Euro im Monat mit der vorsichtigen Mischung nur in 3 Prozent der Verläufe, mit dem Aktiendepot in 11 Prozent. Und mit 2 Prozent Zins auf dem Tagesgeld reichen 250 Euro rechnerisch genau 10 Jahre ohne jedes Kursrisiko, während dasselbe Ziel im Aktiendepot in 31 Prozent der Fälle scheitert. Einschränkung: Der Tagesgeldzins ist nicht garantiert und kann während der zehn Jahre fallen.
Zweitens: Bei langen Zeiträumen braucht es Rendite. Über 20 Jahre schneidet die vorsichtige Mischung schlechter ab als das Aktiendepot, weil ihre niedrigere erwartete Rendite die Inflation kaum schlägt. Realistisch tragen 30.000 Euro über 20 Jahre aber ohnehin nur kleine Beträge. Eine naheliegende Aufteilung ist deshalb, was in den nächsten Jahren gebraucht wird, auf dem Tagesgeld zu parken und nur den Rest in einen breit gestreuten ETF zu legen. Wie groß so ein Sicherheitspolster sein sollte, beschreibt der Artikel zum Cash-Puffer im Entnahmeplan, die Tagesgeld-Variante im Detail der Artikel Entnahmeplan nur mit Tagesgeld.
Steuern: bei 30.000 Euro meist fast null
Bei ETF-Entnahmen wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile besteuert, bei Aktienfonds nach 30 Prozent Teilfreistellung und abzüglich Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr. Damit bleibt bei dieser Depotgröße vieles komplett steuerfrei:
| Gewinnanteil der Entnahme | steuerfrei bis (pro Jahr) | entspricht pro Monat |
|---|---|---|
| 20 Prozent | 7.143 Euro | 595 Euro |
| 30 Prozent | 4.762 Euro | 397 Euro |
| 40 Prozent | 3.571 Euro | 298 Euro |
| 50 Prozent | 2.857 Euro | 238 Euro |
| 60 Prozent | 2.381 Euro | 198 Euro |
Aktien-ETF mit 30 Prozent Teilfreistellung, Sparerpauschbetrag 1.000 Euro, eine Person, ohne Kirchensteuer. Bei Paaren mit gemeinsamem Freistellungsauftrag verdoppeln sich die Grenzen.
Wird die Grenze überschritten, bleibt die Steuer klein: Bei 250 Euro im Monat und 50 Prozent Gewinnanteil sind es rund 13 Euro im Jahr, bei 300 Euro rund 69 Euro (1,9 Prozent der Entnahme) und bei 400 Euro rund 179 Euro (3,7 Prozent). Bei thesaurierenden Fonds kommt die Vorabpauschale hinzu: Auf 30.000 Euro Fondswert ergibt der Basiszins 2026 von 3,20 Prozent einen Basisertrag von 672 Euro, nach Teilfreistellung rund 470 Euro steuerpflichtig. Das liegt unter dem Pauschbetrag, verbraucht ihn aber knapp zur Hälfte. Beim Tagesgeld ist nur der Zins steuerpflichtig, der Verzehr des eigenen Kapitals nie. Wann das genau null ergibt, zeigt der Artikel Wann ist die Entnahme steuerfrei?
Was das praktisch bedeutet
30.000 Euro sind ein Zuschuss, keine zweite Rente. Sinnvoll sind drei Einsatzarten: eine Brücke von drei bis fünf Jahren bis zum Rentenbeginn mit 500 bis 830 Euro im Monat, eine kleine Rentenlücke von 150 bis 200 Euro über 15 bis 20 Jahre, oder eine Reserve für Reparaturen, Zahnersatz und das nächste Auto. Wer mehr als 300 Euro im Monat daraus ziehen will, plant faktisch einen Verzehr über weniger als zehn Jahre. Ab etwa 50.000 Euro verschieben sich die Spielräume, siehe Wie lange reichen 50.000 Euro?
Rechne deinen eigenen Fall
Anderes Kapital, andere Entnahme, andere Annahmen: Der Entnahmeplan-Rechner rechnet deinen Fall in Sekunden, inklusive Pleitewahrscheinlichkeit, Restkapital-Verlauf und auf Wunsch Steuern auf ETF-Entnahmen. Weitere Rechenbeispiele findest du im Ratgeber.
Häufige Fragen
Wie lange reichen 30.000 Euro bei 250 Euro Entnahme im Monat?
Inflationsangepasst (die Entnahme steigt jährlich mit 2 Prozent, die Kaufkraft bleibt konstant): ohne Rendite 9,0 Jahre, bei 2 Prozent Zins 10,0 Jahre, bei 3 Prozent Rendite 10,6 Jahre und bei 5 Prozent 12,0 Jahre. Wer die Entnahme nominal einfriert, kommt bei 5 Prozent Rendite rechnerisch auf 14,2 Jahre, verliert dabei aber jedes Jahr Kaufkraft.
Sollte ich 30.000 Euro im Ruhestand auf dem Tagesgeld oder im ETF halten?
Das hängt vor allem von der Dauer ab. Soll das Geld nur 5 bis 10 Jahre tragen, ist der Renditevorteil von Aktien klein und das Schwankungsrisiko groß: 250 Euro im Monat über 10 Jahre scheitern mit einem reinen Aktiendepot in 31 Prozent der simulierten Verläufe, mit 2 Prozent Zins auf dem Tagesgeld reicht derselbe Betrag rechnerisch genau 10 Jahre. Erst bei längeren Horizonten und kleinen Entnahmen spielt die höhere erwartete Aktienrendite ihre Stärke aus.
Muss ich auf die Entnahme aus 30.000 Euro Steuern zahlen?
Meist kaum. Besteuert wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile, bei Aktienfonds nach 30 Prozent Teilfreistellung und abzüglich Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person. Bei 50 Prozent Gewinnanteil bleiben rund 238 Euro im Monat komplett steuerfrei, bei 250 Euro im Monat fallen nur rund 13 Euro Steuer im Jahr an. Aus Tagesgeld ist nur der Zins steuerpflichtig, der Kapitalverzehr selbst nie.