Kurzantwort: Bei 300 Euro monatlicher Entnahme in heutiger Kaufkraft reichen 40.000 Euro ohne Rendite 10,0 Jahre, bei 2 Prozent Zins 11,1 Jahre, bei 3 Prozent Rendite 11,8 Jahre und bei 5 Prozent 13,7 Jahre. Mit 200 Euro im Monat kommt man bei 5 Prozent Rendite auf 23,2 Jahre, mit 500 Euro im Monat ist dagegen selbst bei 6 Prozent nach 7,9 Jahren Schluss. Alle Werte gehen von 2 Prozent Inflation aus, die Entnahme steigt also jedes Jahr mit, damit die Kaufkraft konstant bleibt.
Die Reichweite in der Übersicht (Kaufkraft konstant)
Die Tabelle rechnet die Entnahme dynamisch: Der Betrag steigt jährlich um 2 Prozent. Die Spalte 2 Prozent steht für eine sichere Zinsanlage wie Tagesgeld oder Festgeld, bei der Zins und Inflation sich gerade aufheben. Ob ein solcher Zins erreichbar ist, hängt vom jeweiligen Angebot ab.
| Entnahme pro Monat (heutige Kaufkraft) | 0 % | 2 % | 3 % | 5 % | 6 % |
|---|---|---|---|---|---|
| 200 Euro | 14,3 Jahre | 16,7 Jahre | 18,3 Jahre | 23,2 Jahre | 27,6 Jahre |
| 250 Euro | 11,7 Jahre | 13,3 Jahre | 14,4 Jahre | 17,2 Jahre | 19,2 Jahre |
| 300 Euro | 10,0 Jahre | 11,1 Jahre | 11,8 Jahre | 13,7 Jahre | 14,9 Jahre |
| 350 Euro | 8,6 Jahre | 9,5 Jahre | 10,0 Jahre | 11,3 Jahre | 12,2 Jahre |
| 400 Euro | 7,6 Jahre | 8,3 Jahre | 8,7 Jahre | 9,7 Jahre | 10,3 Jahre |
| 500 Euro | 6,2 Jahre | 6,7 Jahre | 6,9 Jahre | 7,5 Jahre | 7,9 Jahre |
Annahme: 2 Prozent Inflation pro Jahr, Entnahme jeweils zum Jahresende, vor Steuern und Kosten. Gerechnet über den Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1.
Die Tabelle zeigt, wie stark die Höhe der Entnahme die Rolle der Rendite bestimmt. Bei 200 Euro im Monat verlängern 6 statt 2 Prozent die Reichweite um fast 11 Jahre. Bei 300 Euro sind es noch knapp 4 Jahre, bei 500 Euro nur gut ein Jahr. Wer viel entnimmt, verbraucht das Kapital, bevor der Zinseszins arbeiten kann. Wer wenig entnimmt, profitiert dagegen deutlich von jeder Renditestufe.
Warum viele Rechner mehr versprechen
Die meisten Auszahlplan-Rechner frieren die Entnahme nominal ein. Dann reichen 40.000 Euro bei 300 Euro im Monat und 5 Prozent Rendite scheinbar 16,6 statt 13,7 Jahre. Der Preis: Nach 15 Jahren mit 2 Prozent Inflation kaufen 300 Euro nur noch so viel wie heute rund 223 Euro. Steigen die Preise mit 3 statt 2 Prozent, schrumpft die ehrliche Reichweite von 13,7 auf 12,6 Jahre. Mehr zum Unterschied im Artikel dynamische gegen feste Entnahme.
Andersherum gefragt: Wie viel darf ich entnehmen?
Steht die Dauer fest, lässt sich die maximale konstante Entnahme in heutiger Kaufkraft direkt ausrechnen. Das Kapital ist am Ende der Dauer aufgebraucht:
| Geplante Dauer | 2 % Zins | 3 % Rendite | 5 % Rendite | 6 % Rendite |
|---|---|---|---|---|
| 3 Jahre | 1.111 Euro/Monat | 1.133 Euro/Monat | 1.177 Euro/Monat | 1.199 Euro/Monat |
| 5 Jahre | 667 Euro/Monat | 686 Euro/Monat | 727 Euro/Monat | 747 Euro/Monat |
| 7 Jahre | 476 Euro/Monat | 495 Euro/Monat | 534 Euro/Monat | 554 Euro/Monat |
| 10 Jahre | 333 Euro/Monat | 352 Euro/Monat | 390 Euro/Monat | 409 Euro/Monat |
| 15 Jahre | 222 Euro/Monat | 240 Euro/Monat | 278 Euro/Monat | 298 Euro/Monat |
| 20 Jahre | 167 Euro/Monat | 184 Euro/Monat | 223 Euro/Monat | 244 Euro/Monat |
Entnahme in heutiger Kaufkraft, 2 Prozent Inflation, Entnahme zum Jahresende, vor Steuern und Kosten.
Als Brücke bis zur Rente sind 40.000 Euro schon ein spürbarer Betrag: Drei Jahre lang gut 1.100 Euro im Monat oder fünf Jahre lang rund 670 Euro, beides ohne Kursrisiko mit 2 Prozent Zins gerechnet. Für kurze Brücken ist diese linke Spalte die ehrliche, denn Geld, das in drei Jahren gebraucht wird, gehört nicht in ein schwankendes Depot. Wie sich Brückenkapital und gesetzliche Rente verzahnen, zeigt der Artikel zur Rentenlücke und Brücke.
Soll das Kapital nie angegriffen werden, trägt nur der reale Ertrag: bei 6 Prozent Rendite rund 131 Euro im Monat, bei 5 Prozent etwa 98 Euro und bei 3 Prozent nur noch rund 33 Euro. Als ewige Zusatzrente sind 40.000 Euro also zu klein, als planmäßiger Kapitalverzehr über 10 bis 20 Jahre dagegen gut nutzbar.
Tagesgeld oder ETF bei 40.000 Euro?
Die Durchschnittstabellen unterstellen jedes Jahr exakt dieselbe Rendite. Ein Aktiendepot schwankt aber. Die Monte-Carlo-Simulation des Rechners spielt deshalb 3.000 zufällige Verläufe durch, einmal für ein reines Aktiendepot (6 Prozent erwartete Rendite, 15 Prozent Schwankung) und einmal für eine vorsichtige Mischung (4 Prozent erwartet, 8 Prozent Schwankung):
| Entnahme pro Monat | Aktiendepot 10 Jahre | Aktiendepot 15 Jahre | Aktiendepot 20 Jahre | Mischung 10 Jahre | Mischung 15 Jahre | Mischung 20 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 200 Euro | 2 % | 19 % | 43 % | 0 % | 12 % | 55 % |
| 250 Euro | 8 % | 41 % | 65 % | 1 % | 50 % | 90 % |
| 300 Euro | 21 % | 61 % | 82 % | 11 % | 84 % | 99 % |
| 400 Euro | 54 % | 89 % | 96 % | 73 % | 100 % | 100 % |
Pleitewahrscheinlichkeit: Anteil der Verläufe, in denen das Kapital vor Ablauf der Zieldauer erschöpft ist. Monte-Carlo mit 3.000 Pfaden, Seed 42, normalverteilte Jahresrenditen, Inflation 2 Prozent, vor Steuern und Kosten.
Daraus lassen sich zwei Regeln ablesen. Erstens: Bei kurzen Zeiträumen gewinnt die Sicherheit. Über 10 Jahre scheitern 250 Euro im Monat mit der vorsichtigen Mischung nur in 1 Prozent der Verläufe, mit dem Aktiendepot in 8 Prozent. Bei 300 Euro sind es 11 gegen 21 Prozent. Mit 2 Prozent Zins auf dem Tagesgeld reichen sogar 333 Euro rechnerisch genau 10 Jahre ohne jedes Kursrisiko. Einschränkung: Der Tagesgeldzins ist nicht garantiert und kann während der zehn Jahre fallen.
Zweitens: Bei langen Zeiträumen braucht es Rendite. Über 20 Jahre schneidet die vorsichtige Mischung schlechter ab als das Aktiendepot, weil ihre niedrigere erwartete Rendite die Inflation kaum schlägt: Bei 250 Euro im Monat scheitert die Mischung in 90 Prozent der Verläufe, das Aktiendepot in 65 Prozent. Beides ist zu viel. Über 20 Jahre tragen 40.000 Euro realistisch eher 200 Euro im Monat, und selbst das scheitert im Aktiendepot noch in 43 Prozent der Fälle. Eine naheliegende Aufteilung ist deshalb, was in den nächsten Jahren gebraucht wird, auf dem Tagesgeld zu parken und nur den Rest in einen breit gestreuten ETF zu legen. Wie groß so ein Sicherheitspolster sein sollte, beschreibt der Artikel zum Cash-Puffer im Entnahmeplan, die reine Zinsvariante der Artikel Entnahmeplan nur mit Tagesgeld.
Steuern: bei 40.000 Euro meist gering
Bei ETF-Entnahmen wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile besteuert, bei Aktienfonds nach 30 Prozent Teilfreistellung und abzüglich Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr. Bei 50 Prozent Gewinnanteil bleiben so rund 2.857 Euro im Jahr komplett steuerfrei, das sind 238 Euro im Monat. Bei 30 Prozent Gewinnanteil liegt die Grenze bei rund 397 Euro im Monat. Darüber bleibt die Steuer überschaubar:
| Entnahme pro Monat | Steuer pro Jahr | Anteil an der Entnahme |
|---|---|---|
| 250 Euro | 13 Euro | 0,4 Prozent |
| 300 Euro | 69 Euro | 1,9 Prozent |
| 350 Euro | 124 Euro | 3,0 Prozent |
| 400 Euro | 179 Euro | 3,7 Prozent |
| 500 Euro | 290 Euro | 4,8 Prozent |
Aktien-ETF mit 30 Prozent Teilfreistellung, 50 Prozent Gewinnanteil, Sparerpauschbetrag 1.000 Euro, eine Person, ohne Kirchensteuer. Bei Paaren mit gemeinsamem Freistellungsauftrag verdoppelt sich der Pauschbetrag.
Bei thesaurierenden Fonds kommt die Vorabpauschale hinzu: Auf 40.000 Euro Fondswert ergibt der Basiszins 2026 von 3,20 Prozent einen Basisertrag von 896 Euro, nach Teilfreistellung rund 627 Euro steuerpflichtig. Das liegt noch unter dem Pauschbetrag, verbraucht ihn aber zu fast zwei Dritteln, sodass für steuerfreie Verkaufsgewinne im selben Jahr weniger Spielraum bleibt. Beim Tagesgeld ist nur der Zins steuerpflichtig, der Verzehr des eigenen Kapitals nie. Wann das genau null ergibt, zeigt der Artikel Wann ist die Entnahme steuerfrei?
Was das praktisch bedeutet
40.000 Euro sind ein kräftiger Zuschuss, aber kein Ersatz für eine Rente. Sinnvoll sind drei Einsatzarten: eine Brücke von drei bis fünf Jahren bis zum Rentenbeginn mit 670 bis 1.100 Euro im Monat, eine kleine Rentenlücke von 200 bis 250 Euro über 15 bis 20 Jahre, oder eine Reserve für größere Ausgaben wie Zahnersatz, Reparaturen oder das nächste Auto. Wer mehr als 350 Euro im Monat daraus ziehen will, plant faktisch einen Verzehr über rund zehn Jahre oder weniger. Mit etwas weniger Kapital rechnet der Artikel Wie lange reichen 30.000 Euro?, mit etwas mehr der Artikel Wie lange reichen 50.000 Euro?
Rechne deinen eigenen Fall
Anderes Kapital, andere Entnahme, andere Annahmen: Der Entnahmeplan-Rechner rechnet deinen Fall in Sekunden, inklusive Pleitewahrscheinlichkeit, Restkapital-Verlauf und auf Wunsch Steuern auf ETF-Entnahmen. Weitere Rechenbeispiele findest du im Ratgeber.
Häufige Fragen
Wie lange reichen 40.000 Euro bei 300 Euro Entnahme im Monat?
Inflationsangepasst (die Entnahme steigt jährlich mit 2 Prozent, die Kaufkraft bleibt konstant): ohne Rendite 10,0 Jahre, bei 2 Prozent Zins 11,1 Jahre, bei 3 Prozent Rendite 11,8 Jahre und bei 5 Prozent 13,7 Jahre. Wer die Entnahme nominal einfriert, kommt bei 5 Prozent Rendite rechnerisch auf 16,6 Jahre, verliert dabei aber jedes Jahr Kaufkraft.
Sollte ich 40.000 Euro im Ruhestand auf dem Tagesgeld oder im ETF halten?
Das hängt vor allem von der Dauer ab. Über 10 Jahre scheitern 300 Euro im Monat mit einem reinen Aktiendepot in 21 Prozent der simulierten Verläufe, mit einer vorsichtigen Mischung in 11 Prozent. Mit 2 Prozent Zins auf dem Tagesgeld reichen 333 Euro im Monat rechnerisch genau 10 Jahre ohne Kursrisiko. Erst bei längeren Horizonten und kleinen Entnahmen um 200 Euro spielt die höhere erwartete Aktienrendite ihre Stärke aus.
Muss ich auf die Entnahme aus 40.000 Euro Steuern zahlen?
Meist wenig. Besteuert wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile, bei Aktienfonds nach 30 Prozent Teilfreistellung und abzüglich Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person. Bei 50 Prozent Gewinnanteil bleiben rund 238 Euro im Monat komplett steuerfrei, bei 300 Euro im Monat fallen rund 69 Euro Steuer im Jahr an, bei 500 Euro rund 290 Euro. Aus Tagesgeld ist nur der Zins steuerpflichtig, der Kapitalverzehr selbst nie.