Kurzantwort: Aus 2 Millionen Euro lassen sich über 30 Jahre rund 8.439 Euro im Monat entnehmen, wenn 5 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation unterstellt werden und die Kaufkraft konstant bleiben soll. Bei 6 Prozent Rendite sind es 9.547 Euro, bei 3 Prozent nur 6.440 Euro. Am Ende ist das Kapital dann planmäßig auf null. Wer das Depot nie angreifen will, kommt bei 5 Prozent Rendite auf rund 4.902 Euro im Monat, dauerhaft und in heutiger Kaufkraft. Mit einem Pleiterisiko unter 10 Prozent sind es in der Monte-Carlo-Simulation eher 4.400 Euro.
Was 2 Millionen Euro monatlich tragen
Die Tabelle rechnet dynamisch: Die Entnahme steigt jedes Jahr mit 2 Prozent Inflation, damit das Budget real gleich bleibt. Alle Werte sind Monatsbeträge in heutiger Kaufkraft, vor Steuern, und das Kapital ist am Ende der Laufzeit vollständig verbraucht.
| Geplante Dauer | 3 % Rendite | 4 % Rendite | 5 % Rendite | 6 % Rendite | 7 % Rendite |
|---|---|---|---|---|---|
| 20 Jahre | 9.218 Euro | 10.154 Euro | 11.142 Euro | 12.179 Euro | 13.263 Euro |
| 25 Jahre | 7.549 Euro | 8.497 Euro | 9.509 Euro | 10.580 Euro | 11.709 Euro |
| 30 Jahre | 6.440 Euro | 7.402 Euro | 8.439 Euro | 9.547 Euro | 10.721 Euro |
| 35 Jahre | 5.649 Euro | 6.626 Euro | 7.690 Euro | 8.835 Euro | 10.053 Euro |
| 40 Jahre | 5.057 Euro | 6.051 Euro | 7.142 Euro | 8.323 Euro | 9.583 Euro |
Annahme: 2 Prozent Inflation pro Jahr, Entnahme zum Jahresende, vor Steuern und Kosten. Gerechnet über den Realzins rreal = (1+r)/(1+i) − 1.
Die Werte sind exakt doppelt so hoch wie im Artikel zum Entnahmeplan mit 1 Million Euro, bis auf Rundungsdifferenzen. Das ist kein Zufall: Vor Steuern ist die Entnahme proportional zum Kapital. Die Entnahmerate, also Jahresentnahme geteilt durch Startkapital, hängt nur von Rendite, Inflation und Dauer ab. Bei 5 Prozent Rendite und 30 Jahren liegt sie bei rund 5,1 Prozent des Startkapitals in heutiger Kaufkraft, egal ob 200.000 oder 2 Millionen Euro im Depot liegen.
Wenn das Kapital erhalten bleiben soll
Bei Vermögen dieser Größe steht oft nicht der Verbrauch, sondern der Erhalt im Vordergrund, etwa für Kinder oder eine Stiftung. Dann trägt nur der reale Ertrag:
| Rendite (nominal) | Realzins bei 2 % Inflation | Dauerhafte Entnahme pro Monat |
|---|---|---|
| 3 % | 0,98 % | 1.634 Euro |
| 4 % | 1,96 % | 3.268 Euro |
| 5 % | 2,94 % | 4.902 Euro |
| 6 % | 3,92 % | 6.536 Euro |
| 7 % | 4,90 % | 8.170 Euro |
Der Kapitalerhalt kostet bei 5 Prozent Rendite also rund 3.537 Euro Monatsbudget gegenüber dem planmäßigen Verzehr über 30 Jahre (4.902 statt 8.439 Euro). Dafür bleibt die Kaufkraft von 2 Millionen Euro im Rechenmodell für immer erhalten. Den Zielkonflikt zwischen Budget und Nachlass beleuchten wir im Artikel Was bleibt für die Erben?
Pleitewahrscheinlichkeit: das Risiko wächst nicht mit, es bleibt
Alle Werte oben unterstellen jedes Jahr dieselbe Rendite. Die Monte-Carlo-Simulation zieht stattdessen 3.000 zufällige Renditeverläufe (6 Prozent erwartete Rendite, 15 Prozent Schwankung, 2 Prozent Inflation) und zählt, wie oft das Geld vor Ablauf der Planungsdauer alle ist.
| Entnahme pro Monat (heutige Kaufkraft) | Pleitewahrscheinlichkeit über 30 Jahre | Restkapital im Median nach 30 Jahren (nominal) | Pleitewahrscheinlichkeit über 40 Jahre |
|---|---|---|---|
| 4.000 Euro | 7,5 % | 4.059.177 Euro | 15,4 % |
| 4.400 Euro | 9,6 % | 3.483.057 Euro | 19,2 % |
| 5.000 Euro | 15,1 % | 3.060.758 Euro | 27,8 % |
| 6.000 Euro | 26,1 % | 2.009.250 Euro | 41,5 % |
| 7.000 Euro | 38,5 % | 945.194 Euro | 53,6 % |
| 8.000 Euro | 50,1 % | 0 Euro | 65,2 % |
| 8.439 Euro | 54,3 % | 0 Euro | 69,3 % |
| 10.000 Euro | 69,6 % | 0 Euro | 80,2 % |
Monte-Carlo mit 3.000 Pfaden, Seed 42, normalverteilte Jahresrenditen. Das Restkapital ist der nominale Median nach 30 Jahren, nicht inflationsbereinigt.
Die Pleitewahrscheinlichkeiten sind identisch mit denen für 1 Million Euro bei halber Entnahme. Auch das folgt aus der Mathematik: Das Risiko hängt an der Entnahmerate, nicht an der absoluten Summe. Ein großes Depot schützt also nicht vor dem Renditereihenfolge-Risiko. Die 8.439 Euro aus der Durchschnittsrechnung scheitern in mehr als der Hälfte der Verläufe, während 4.400 Euro in gut 9 von 10 Verläufen reichen und im Median nach 30 Jahren sogar noch fast 3,5 Millionen Euro nominal übrig lassen.
Nach der 4-Prozent-Regel dürftest du 80.000 Euro im Jahr entnehmen, also 6.667 Euro im Monat. In derselben Simulation liegt die Pleitewahrscheinlichkeit dafür bei 34,1 Prozent über 30 Jahre. Welche Entnahmerate zu welcher Risikotoleranz passt, zeigt der Artikel Welche Entnahmerate ist wirklich sicher?
Steuern: hier verhält sich das große Depot anders
Bei einem Anteilsverkauf aus einem Aktien-ETF wird nur der Gewinnanteil besteuert, nach 30 Prozent Teilfreistellung und abzüglich des Sparerpauschbetrags. Beispiel: 8.439 Euro brutto im Monat, also 101.268 Euro im Jahr.
| Gewinnanteil der Entnahme | Steuer pro Jahr (Single) | Netto pro Monat (Single) | Effektiver Satz Single | Effektiver Satz Paar |
|---|---|---|---|---|
| 30 % | 5.345 Euro | 7.994 Euro | 5,3 % | 5,0 % |
| 50 % | 9.085 Euro | 7.682 Euro | 9,0 % | 8,7 % |
| 70 % | 12.824 Euro | 7.370 Euro | 12,7 % | 12,4 % |
Aktienfonds mit 30 Prozent Teilfreistellung, Sparerpauschbetrag 1.000 Euro (Single) oder 2.000 Euro (Paar), ohne Kirchensteuer, Grenzsteuersatz 26,375 Prozent.
Der Unterschied zur Million ist klein, aber sichtbar: Bei 50 Prozent Gewinnanteil liegt der effektive Satz bei 9,0 statt 8,7 Prozent. Aus 1 Million Euro bleiben netto 3.852 Euro im Monat, aus 2 Millionen 7.682 Euro und nicht 7.704 Euro. Der Grund: Der Sparerpauschbetrag ist ein fester Betrag und fällt bei großen Entnahmen kaum noch ins Gewicht. Der effektive Satz nähert sich dann dem Wert, der sich ohne Freibetrag ergäbe. Mit 9 Prozent Kirchensteuer steigt der Grenzsteuersatz auf 28,0 Prozent, die Steuer bei 50 Prozent Gewinnanteil auf 9.643 Euro im Jahr und netto bleiben 7.635 Euro im Monat.
Umgekehrt gerechnet: Wer netto 8.000 Euro im Monat braucht, muss bei 50 Prozent Gewinnanteil 8.789 Euro brutto entnehmen, bei 70 Prozent Gewinnanteil 9.162 Euro. Beides liegt über der Durchschnittsrechnung für 30 Jahre bei 5 Prozent Rendite. Warum der Gewinnanteil im Zeitverlauf steigt, erklärt der Artikel zum FIFO-Prinzip beim ETF-Verkauf.
Vorabpauschale: bei 2 Millionen ein fünfstelliger Posten
Thesaurierende ETF lösen jedes Jahr die Vorabpauschale aus, auch ohne Verkauf. Mit dem Basiszins 2026 von 3,20 Prozent ergibt sich bei 2 Millionen Euro Fondswert ein Basisertrag von 44.800 Euro. Nach Teilfreistellung sind 31.360 Euro steuerpflichtig, das sind rund 8.271 Euro Steuer vor Sparerpauschbetrag. Nach Abzug des Pauschbetrags bleiben rund 8.007 Euro (Single) oder 7.744 Euro (Paar), sofern der Pauschbetrag nicht schon durch Verkäufe verbraucht ist.
Wichtig für die Einordnung: Die Vorabpauschale ist gedeckelt auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres und wird beim späteren Verkauf angerechnet. Sie ist also eine Steuervorauszahlung, keine Zusatzsteuer. Für die Liquiditätsplanung zählt sie trotzdem, denn sie wird im Januar vom Verrechnungskonto eingezogen. Ein kleiner Cash-Puffer auf dem Konto verhindert, dass dafür Anteile zur Unzeit verkauft werden müssen. Details unter Vorabpauschale 2026.
Praktische Einordnung
- Größe ist kein Sicherheitspuffer. Das Pleiterisiko hängt an der Entnahmerate. Wer aus 2 Millionen Euro 8.000 Euro entnimmt, trägt dasselbe Risiko wie jemand, der aus 1 Million 4.000 Euro entnimmt.
- Zwischen 5.000 und 7.000 Euro liegt die Komfortzone. Das Risiko über 30 Jahre bleibt unter 40 Prozent, und im Median bleibt noch Kapital übrig. Wer 40 Jahre plant, sollte eher am unteren Rand bleiben.
- Steuern und Vorabpauschale einplanen. Der Pauschbetrag entlastet kaum noch, der effektive Satz steigt mit dem Gewinnanteil. Für Paare lohnt es sich, beide Pauschbeträge zu nutzen, siehe Entnahmeplan für Paare.
- Flexibilität wirkt auch hier. Wer in schlechten Börsenjahren weniger entnimmt, senkt das Risiko spürbar. Wie viel das bringt, zeigen die flexiblen Entnahme-Leitplanken.
Rechne deinen eigenen Fall
Andere Rendite, andere Dauer, anderes Startkapital: Der Entnahmeplan-Rechner rechnet deinen Fall in Sekunden, inklusive Pleitewahrscheinlichkeit, Restkapital-Verlauf und Steuern auf ETF-Entnahmen. Wer mit etwas weniger Kapital plant, findet die gleiche Rechnung für 1 Million Euro und 750.000 Euro. Alle Artikel stehen im Ratgeber.
Häufige Fragen
Wie viel Rente bringen 2 Millionen Euro im Monat?
Bei 2 Prozent Inflation und konstanter Kaufkraft über 30 Jahre: rund 6.440 Euro im Monat bei 3 Prozent Rendite, 8.439 Euro bei 5 Prozent und 9.547 Euro bei 6 Prozent. Danach ist das Kapital planmäßig aufgebraucht. Über 40 Jahre sinken die Beträge auf 5.057, 7.142 und 8.323 Euro.
Kann ich von 2 Millionen Euro leben, ohne das Kapital anzugreifen?
Dauerhaft trägt nur der reale Ertrag. Bei 5 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation sind das 2,94 Prozent Realzins, also rund 4.902 Euro im Monat in heutiger Kaufkraft. Bei 6 Prozent Rendite sind es 3,92 Prozent Realzins und rund 6.536 Euro. Alles darüber verzehrt planmäßig das Kapital.
Wie viel Steuer fällt auf die Entnahme aus 2 Millionen Euro an?
Bei 8.439 Euro brutto im Monat aus einem Aktien-ETF und 50 Prozent Gewinnanteil fallen rund 9.085 Euro Steuer im Jahr an, netto bleiben 7.682 Euro im Monat. Der effektive Satz liegt bei 9,0 Prozent, weil nur der Gewinnanteil nach 30 Prozent Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag besteuert wird. Bei 70 Prozent Gewinnanteil steigt er auf 12,7 Prozent.